Handel mit Potenzpillen Placebos zerschlagen

Schon seit Jahrtausenden experimentiert der Mensch mit Potenzmitteln, die im Ergebnis eine Erektion des männlichen Glieds verbessern oder auslösen sollen.

Abbildung alter Apotheker Werkzeuge

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­Während die damaligen Präparate noch als Zaubertränke und Wundermittel bezeichnet wurden, dürfen die heutigen Produkte den Titel „Medikament“ führen.

Die Marktrevolution setzte allerdings erst im Jahre 1998 mit Einführung der sogenannten PDE-5-Hemmer ein. Bei der Erforschung des Wirkstoffes Sildenafil stellte Viagra eine reine Zufallsentdeckung dar. Ursprünglich sollte der Wirkstoff insbesondere im Bereich der Behandlung von Herzkrankheiten seinen Einsatz finden. Im Rahmen der Studien berichteten die Probanden, dass nicht nur der Herzmuskel besser durchblutet wurde, sondern auch der Genitalbereich. Dies führte unter anderem dazu, dass die Erektionsfähigkeit gravierend gesteigert wurde. Schon bald fanden sich weltweit Millionen von Abnehmern, die zum Teil die altertümliche Bezeichnung „Wundermittel“ wieder aufleben ließen, um ihrer Produktbegeisterung Ausdruck zu verleihen.

In kürzester Zeit sprossen diverse Onlineshops aus dem Nichts, die auch heutzutage imposante Umsätze zu verzeichnen haben. Gemäß aktuellen Schlagzeilen wurde dieser Markt seit 2008 von einem kriminellen Netzwerk genutzt, um gefälschte Potenzmittel an den Mann zu bringen und 25 Millionen Euro zu ergaunern.

Die Betrüger flogen erst Ende März 2011 auf. Bei einer Großrazzia in Deutschland sowie Tschechien wurden 60 Wohnungen und Betriebe durchsucht. Hierbei wurden Bargeld und entsprechende Beweismittel beschlagnahmt. Anfangs befanden sich lediglich sieben Verdächtige in Untersuchungshaft. Mittlerweile hat sich laut Focus die Zahl auf neun Personen erhöht. „Zuletzt brachten sie es auf eine Million Euro Gewinn pro Monat“, teilte Zoll-Sprecher Norbert Scheithauer dem Nachrichtenmagazin mit. Die zum größten Teil wirkungslosen Viagra-Imitate wurden in Asien hergestellt und nach Europa geschmuggelt. Die Ermittlungen wurden noch nicht abgeschlossen. Offensichtlich war vielen Kunden nicht bewusst, dass sie nur ein Placeboprodukt zu sich nahmen.

Der zu erwartende Beschwerdeandrang stellte sich in den einschlägigen Foren erst nach Bekanntgabe der krimanalpolitischen Erfolge ein. Offenbar reichte bis zu diesem Tage teilweise der Glaube an die erworbenen Potenzmittel. Diverse bekannte Potenzprobleme haben einen psychologischen Ursprung, der nicht mit einem potenzsteigernden Mittel behandelt werden kann.­


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KW 29 - Sonntag, 23. Juli 2017
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